Gemessen am Pro-Kopf-Umsatz steht Großbritannien weltweit an der Spitze der E-Commerce-Märkte.

E-Commerce in Großbritannien

GUTE CHANCEN FÜR auslandische ONLINE-SHOPS

Mit über 30 % des europäischen Umsatzes stehen nach wie vor unangefochten die Briten an der Spitze. Gemessen am Pro-Kopf-Umsatz steht Großbritannien sogar weltweit an der Spitze der E-Commerce-Märkte.


 

Payment

NATIONALE ZAHLUNGSGEWOHNHEITEN IN EINER INTERNATIONALISIERTEN E-COMMERCE-LANDSCHAFT

Neben Verkaufsstrategien, Marketingkanälen und Kundenservice ist die Auswahl der richtigen Zahlungsmittel eine entscheidende Herausforderung für jeden Onlinehändler. Kunden, die ihre bevorzugte Zahlungsmethode nicht im Onlineshop vorfinden, brechen den Kauf in etwa der Hälfte der Fälle wieder ab.

Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung des Onlinehandels kristallisieren sich bestimmte Zahlungsmittel und -anbieter europaweit als Standards heraus – allen voran die Zahlung per Kreditkarte sowie PayPal. Wie die Studie zeigt, bestehen aber allein innerhalb Europas noch zahlreiche landesspezifische Besonderheiten, wenn es um die Bezahlung im Onlinehandel geht. Für Händler ist es wichtig, diese zu kennen und ihr Zahlungsmittelangebot entsprechend auszurichten. Insbesondere dann, wenn sie erfolgreich in andere Länder expandieren wollen.

Europaweit am stärksten verbreitet sind die Zahlung per Kreditkarte und via E-Payment-Diensten. Typisch deutsch sind Lastschriftverfahren und Rechnungskauf. Im französischen Onlinehandel kommt der gute alte Scheck noch immer zum Einsatz, und britische Händler bieten in der Regel die geringste Auswahl an Zahlungsoptionen an. Zu diesen Ergebnissen kommt Deutschlands größtes Preisvergleichsportal idealo in einer aktuellen Studie zum Thema Online Payment.

Die kleinste Auswahl an Zahlungsoptionen ist im britischen Onlinehandel zu beobachten, was daran liegen mag, dass die Kreditkarte als typisches Zahlungsmittel bereits seit langem etabliert und auch im Onlinehandel gang und gäbe ist. Zum überwiegenden Teil bieten die dortigen Shops eine Bezahlung daher nur mittels Kredit- oder Debitkarte oder über E-Payment-Dienste an. Alternativen hierzu findet man kaum.

12 % der Händler akzeptieren immerhin eine Zahlung in Raten. Eine Barzahlung bei Abholung wird von nur einem der 50 untersuchten Shops angeboten. Ebenso der Scheck. Die meistgenutzte Zahlungsweise im britischen Online-Handel ist die Kreditkartenzahlung: 40 % aller Verkäufe werden über Kreditkarten abgewickelt. Direkt dahinter rangieren mit 35 % die Debitkarten auf dem zweiten Platz, gefolgt von PayPal. Gemeinsam machen diese drei Zahlungsweisen 96 % des Zahlungsvolumens aus.


 

Mobile Commerce

Der Shoppingtrend geht weg vom heimischen Computer hin zu mobilen Geräten.  Aktuellen Studien des Branchenverbandes IMRG zufolge liegt der Anteil des Mobile Commerce an den Gesamtverkäufen derzeit bei 27 %, der Anteil der Visits auf Shopping-Seiten sogar bei 38 %. Dabei werden ca. 80 % der Käufe mit Tablets, die übrigen 20 % mit Smartphones getätigt. In Europa ist ein massives Wachstum der mobilen Nutzung festzustellen.

Auf die fünf wichtigsten europäischen Märkte (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien) entfallen auf die global gesehenen USD 700 Mrd. immerhin knapp USD 105 Mrd. bzw. EUR 92 Mrd. Wie so oft wird auch hier der Markt von den Briten angeführt: mit EUR 29 Mrd. Umsatz (in 2014) über mobile Kanäle liegen sie vor Deutschland, wo EUR 24 Mrd. im mobilen Internet erwirtschaftet wurden. Bis 2017 wuchsen diese fünf Märkte um 25 % pro Jahr und erreichten einen Umsatz von EUR 227 Mrd.

 

Logistik

Die Logistikkonzepte auf der Insel sind bereits recht eingespielt, die Anbieter rüsten sich derzeit für weiterhin wachsende Nachfrage nach Lieferdiensten aufgrund des anhaltenden E-Commerce-Aufschwung. Dabei investieren sie u. a. in Ausweitungen Ihrer Services auf internationalem Niveau sowie in neue, kundenfreundliche Konzepte, wie z. B. feste Lieferfenster, bessere Benachrichtigungssysteme, Paketshops oder Same-Day-Delivery.

Neben den internationalen Big Playern wie UPS, Hermes, TNT und DPD konkurrieren z. B. City Link, City Spring, ETS oder der Royal Mail-Paketlogistiker Parcel Force um den großen britischen Paketmarkt. Der britische DHL-Zweig wurde 2010 von Yodel aufgekauft, DHL ist seitdem nur noch mit dem Same Day-Angebot von DHL Express am britischen Markt vertreten.


 

PerspeKtive

Auch wenn die Wachstumszahlen bei einem dermaßen entwickelten Markt erwartungsgemäß nicht mehr durch die Decke schießen: Der britische sowie der französische E-Commerce-Markt wächst weiter. Die Branchenverbände erwarten einen Anstieg von von 10% für 2018. Im Fokus werden dabei zweifelsohne die wachsende Bedeutung des Mobile Commerce sowie das Potenzial des grenzüberschreitenden Online-Handels mit seinen logistischen und interkulturellen Herausforderungen stehen.

 

Quellen: T3N | KF/msh | eCommerce Europe | Capgemini | Internet Retailer | IMRG | Post & Parcel | comScore | The Guardian | Eurostat | eMarketer | The Paypers| eCommerce News | Idealo