In 2014 wurden EUR 56,8 Mrd. online erwirtschaftet und somit liegt Frankreich nach Großbritannien und Deutschland auf Platz drei in Europa.

E-Commerce in Frankreich

Gute Chancen für ausländische OnlineShops

Deutsche Online-Shops haben bei einer Auslandsexpansion nach Frankreich gute Chancen. Eine Möglichkeit, den französischen Markt zu erobern, ist zum Beispiel das Beibehalten der Lieferkosten auf deutschem Niveau. Die Lieferkosten, die französische Händler von Ihren Kunden verlangen sind generell sehr hoch. Dadurch entsteht ein großer Pluspunkt gegenüber den französischen Mitbewerbern.  Überzeugen Sie potentielle französische Neukunden von Ihrem größeren Produktangebot und bieten Sie kostenlose Retouren an.

Platz 1 der beliebtesten Shopping-Länder belegt Deutschland bei den Franzosen (76 %) gefolgt von Russland mit 68 %, d.h. drei Viertel der Franzosen würden ausserhalb Ihrer Landesgrenzen auch in Deutschland Ihre Waren beziehen.

Als weltweit drittgrößter E-Commerce-Exporteur ist Deutschland besonders auf dem französischen Markt erfolgreich. USD 580 Mio. erreichten die ins Nachbarland gelieferten Online-Umsätze.


 

Zahlen und Fakten

In 2014 wurden EUR 56,8 Mrd. online erwirtschaftet und somit liegt Frankreich nach Großbritannien und Deutschland auf Platz drei in Europa. Das Land hat eine Internet-Versorgungsrate von 86 % und knapp 90 % aller Internetnutzer kaufen auch online ein. Der französische E-commerce-Markt gehört zu den am weitest entwickelten Märkten in Europa.

Infrastrukturell ist Frankreich inzwischen recht gut aufgestellt: Flächendeckend liegt der Breitbandausbau mittlerweile über 60 %, im Großraum Paris sowie in den touristisch starken Regionen in Südfrankreich und den dicht besiedelten Regionen im Nordosten sogar über 70 %.

In punkto Online-Einkauf liegt die Ile-de-France mit Paris gemeinsam mit den Regionen Aquitaine, Midi-Pyrénées und Limousin mit einem Anteil von 55 %  bis 70 % vorne. In den übrigen Regionen erreicht der Prozentsatz der Online-Shopper Werte zwischen 35 % und 55 %.

 

Mobile Commerce

24,1 Mio. Franzosen besitzen ein Smartphone und kaufen damit auch mit steigender Tendenz mobil ein. Im Vergleich zu anderen Märkten sind die Franzosen bei der Nutzung mobiler Einkaufsmöglichkeiten aber noch recht zurückhaltend: Lediglich 26 % nutzen laut einer Studie von Pricewaterhouse Coopers ihr Tablet zum Online-Shopping, 25 % das Smartphone. Weltweit liegen die durchschnittlichen Werte für die Nutzung dieser mobilen Geräte über 40 %.

Dennoch: 70 % aller in Frankreich gekauften Handys sind Smartphones und der Anteil der Mobile Shopper steigt rapide. Mit einem Anstieg um 60 % erreicht er im Jahr 2014 einen Anteil von 16 % am Online-Gesamtumsatz. 2010 waren es gerade mal 10 %. In 2015 kam es zu 44 % Umsatzwachstum in den ersten drei Monaten. Der M-Commerce stellt heute  schon 21 % des gesamten E-commerce Umsatzes dar.


 

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Nationale Zahlungsgewohnheiten in einer internationalisierten E-Commerce-Landschaft

Neben Verkaufsstrategien, Marketingkanälen und Kundenservice ist die Auswahl der richtigen Zahlungsmittel eine entscheidende Herausforderung für jeden Onlinehändler. Kunden, die ihre bevorzugte Zahlungsmethode nicht im Onlineshop vorfinden, brechen den Kauf in etwa der Hälfte der Fälle wieder ab.

Im Zuge der zunehmenden Internationalisierung des Onlinehandels kristallisieren sich bestimmte Zahlungsmittel und -anbieter europaweit als Standards heraus – allen voran die Zahlung per Kreditkarte sowie PayPal. Wie die Studie zeigt, bestehen aber allein innerhalb Europas noch zahlreiche landesspezifische Besonderheiten, wenn es um die Bezahlung im Onlinehandel geht. Für Händler ist es wichtig, diese zu kennen und ihr Zahlungsmittelangebot entsprechend auszurichten. Insbesondere dann, wenn sie erfolgreich in andere Länder expandieren wollen.

Laut der Studie von Idealo, in der die 50 größten Idealo Shops in Frankreich betrachtet wurden, akzeptieren mehr als drei Viertel der untersuchten Shops in Frankreich eine Ratenzahlung. Das sind deutlich mehr als in den anderen untersuchten Ländern. 

Die größte französische Besonderheit im Hinblick auf das Zahlungsmittelangebot bildet aber der Scheck. Die in Frankreich traditionell sehr beliebte Zahlung per Scheck schafft es immerhin noch bei 5 % an die virtuelle Kasse. Mit dem, im Rest Europas eher veralteten, Zahlungsmittel kann man in über zwei Dritteln der französischen Shops bezahlen. Was man jedoch in kaum einen Online-Shop in Frankreich findet sind Lastschrift, Rechnungskauf sowie die Zahlung per Nachnahme. Frankreich ist neben Italien das einzige Land in der Studie, in dem ebenfalls eine Zahlung via Postanweisung möglich ist. 

Laut der Studie étude Fevad/Médiamétrie vom Juni 2014 bleibt die Kreditkarte Nummer 1 bei den Zahlungsmitteln mit 80 % . Mit 27 % nutzt ein gutes Viertel der Webshopper Online-Zahlungsdienste wie PayPal. Auf Platz Nr. 3 befindet sich der Chèque Cadeau mit 14 %. Nach dem vierten Platz, belegt von der Carte Bleue Virtuelle mit 11 % landet die “Plusieurs fois sans frais” (Ratenzahlung ohne Kosten) mit 8 % auf Platz 5. Diese Zahlungsart sollte von Kunden mit teureren Produkten unbedingt angeboten werden. 


 
 

Logistik

Im französischen Logistik-Markt ballen sich derzeit die Kräfte. Der japanische E-Commerce-Gigant Rakuten, der vor drei Jahren den französischen Re-Commerce-Markführer PriceMinister.fr übernommen hatte, hat Ende 2012 den Logistik-Experten Alpha Direct Services (ADS) aufgekauft. Die ehemals staatliche La Poste wiederum hat sich im selben Jahr neben der E-Commerce-Agentur MixCommerce auch den Logistikdienstleister Orium einverleibt. Bereits 2009 hatte La Poste sich mit dem Kauf von Pickup Services breiter aufgestellt: das Unternehmen verfügt nun über 5.500 Abholstellen („Points Relais“) in Frankreich.

Auf dem Markt konkurriert La Poste unter anderem mit UPS: Der amerikanische Logistiker betreibt in Frankreich nach dem Kauf von Kiala 4.500 Abholstellen, sog. Points Relais. Die Praxis, Produkte online zu bestellen und diese dann offline im nächstgelegenen Paketshop abzuholen, wird in Frankreich viel genutzt. Solche Paketstationen der großen Anbieter Mondial Relais, Relais Colis und Kiala werden von 34 % der Shops genutzt.

Perspektive

Derzeit erreichen auch die Wachstumszahlen im französischen E-Commerce noch recht beeindruckende Werte: 11,2 % im Jahr 2014, für 2015 geht “Ecommerce Europe” auch weiterhin mit einer Wachstumsrate von 9,9 % aus. In den ersten drei Monaten in 2015 belief sich das Umsatzwachstum auf extrem starken 14 %.  

Mit einem Umsatz von EUR 15,2 Mrd. sind dies fast EUR 2 Mrd. mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres 2014. 35 Mio. User haben online im ersten Quartal 2015 eingekauft. Das sind 846.000 User mehr als im ersten Quartal 2014 (Anstieg von über 3 %). Die Anzahl der Käufe pro Käufer steigt auch stetig. Waren es 2010 noch 12 so hat in 2014 im Schnitt jeder Onlinekäufer 20 Käufe getätigt ( zum Vergleich: in 2013 waren es acht Käufe und in 2012 waren es 16 Käufe).

 

 

 

QuellenKF/msh | comScore | Journal du Net | Fondation Dauphine | Observatoire du numérique | Eurostat | Le Monde | Payvision | Insee | Fevad Idealo